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  • Tagung Klassenbildung - Dokumentation/Soziale Ungleichheit im Hochschulzugang und Studienverlauf
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  • Wer sich mit sozialer Ungleichheit an Schulen und Hochschulen befasst, der betreibt ein schwieriges Geschäft. Denn zum einen gilt es, über wissenschaftliche Analysen das fassbar zu machen, was im Alltag nicht unmittelbar ersichtlich ist. Zum anderen ist das öffentliche Interesse an sozialer Ungleichheit meistens gering, sie wird entweder verleugnet oder als berechtigt hingestellt.
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  • Wer sich mit sozialer Ungleichheit an Schulen und Hochschulen befasst, der betreibt ein schwieriges Geschäft. Denn zum einen gilt es, über wissenschaftliche Analysen das fassbar zu machen, was im Alltag nicht unmittelbar ersichtlich ist. Zum anderen ist das öffentliche Interesse an sozialer Ungleichheit meistens gering, sie wird entweder verleugnet oder als berechtigt hingestellt. Historisch lässt sich der Beginn sozialwissenschaftlicher, empirischer Schul- und Hochschulforschung in Deutschland auf Anfang der 60er Jahre datieren. Damals zeigten eine Reihe von Untersuchungen vielfältige, sozial bedingte Barrieren im Bildungs- und Schulweg von Kindern und Jugendlichen auf, etwa in den "Bildungsnotstandsgebieten" oder beim "vorzeiti-gen Abgang vom Gymnasium". Auch die Universitäten waren Gegenstand solcher Studien, so über die "männlich geprägte Universität" oder über die "Arbeiterkinder an Universitäten". In dem Band über "Soziale Lage und Bildungschancen" von Peisert (1967) wurden die Analysen griffig in der Kunstfigur des "katholischen Arbeitermädchens vom Lande" bilanziert. Als Ausgrenzungsmerkmale waren damit die Konfession, der berufliche Status der Eltern, das Geschlecht und die regionale Lage angesprochen. Fast zeitgleich erschien das Plädoyer “Bildung ist Bürgerrecht“ von Dahrendorf (1965), das für eine aktive Bildungspolitik, einen Ausbau der Schul- und Hochschulangebote und mehr Chancengleichheit im Zugang zu den höheren Bildungsanstalten eintrat. Mit der damals eingeleiteten "Bildungsexpansion", der Gründung vieler neuer Universitäten, z.B. in der Ruhrschiene von Mülheim über Essen bis Bochum und Dortmund, der Einrichtung der Fachhochschulen, um praxisorientierte Kurzstudiengänge anzubieten, sowie der Bildungswerbung und in der Folge stark steigender Studentenzahlen, war die Erwartung verbunden, dass eine Öffnung der Hochschulen für jene Jugendlichen erreicht wird, die aus einfachen sozialen Verhältnissen stammen, sei es aus „Arbeiterfamilien" oder aus den oft so titulierten „bildungsfernen Elternhäusern“. Damit stellt sich fast zwangsläufig die Frage, was aus diesen Reformen und Anstrengungen geworden ist. Haben sie zu einem Abbau der sozialen Ungleichheit geführt oder ist es bei der „Illusion der Chancengleichheit“ (Bourdieu/Passeron, in deutsch 1971) geblieben? Hat sich die Zahl der Arbeiterkinder an den Universitäten erhöht, kommen sie an den Hochschu-len nunmehr besser zurecht und werden sie in gleichem Maße wie Studierende anderer sozialer Herkunft, insbesondere aus den Akademikerkreisen, im Studienweg gefördert? Um diese Fragen zu beantworten sind empirische Befunde heranzuziehen, möglichst über einen längeren Zeitraum. Solche Daten liefert der Studierendensurvey, der sich seit seinem Beste-hen Anfang der 80er Jahren immer wieder mit der Problematik der sozialen Ungleichheit unter den Studierenden befasst hat. Freilich blieb die Resonanz in der Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft auf die entsprechenden Publikationen zurückhaltend – das Thema der sozia-len Ungleichheit fand selten Beachtung oder Interesse.
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