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| - Das Meer ist still und wunderschön blau. Desmond, nun nicht mehr mit Hurleys Knüpfbatikshirt, sondern einem blauen Hemd bekleidet, sitzt am Strand und sieht sehr nachdenklich zu Claire hinüber, die vor ihrer Unterkunft mit Aaron spielt. Männerstimme: [im Hintergrund] Kann mir mal jemand helfen? Claire: [im Hintergrund, spielerisch] Aaron? Aaron?... Und jetzt schläfst du schön. Schhh... Etwas später, als sie sich hingesetzt hat, um in ihr Tagebuch zu schreiben, geht er zu ihr hinüber. Desmond: Du ehm.. du hast da ein Problem mit deinem Dach. Verwundert blickt sie auf. Claire: Was? Desmond: Vielleicht solltest du lieber am Strand schlafen heute Nacht. Dann reparier ich es, mach'n paar Verbesserungen. Claire: Vielen Dank, dass ist nett von dir, aber Aaron ist gerade erst eingeschlafen, deswegen sollte ich... Desmond: Du wirst es nicht bereuen, ich versprech's. Hinter Claire taucht Charlie auf. Charlie: Gibt's Probleme, Bruder? Desmond: Ich hatte angeboten, das Dach zu reparieren. Charlie wirft einen Blick zum Dach hinauf, zuckt mit den Schultern. Charlie: Das Dach? Wieso denn? Wenn was ist, dann reparier ich's. Ich kann sowas. Ich war dabei, ne Kirche zu bauen als Eko explodiert ist. Desmond: Verstehe. Na dann... ich wollte nur helfen... Er wendet sich ab, nicht wirklich zufrieden. Claire lächelt ihm zu. Claire: Danke. [Desmond nickt und geht. Claire wendet sich an Charlie.] Was war das denn grade? Charlie: Keine Ahnung. Vielleicht er nur eine Taste zum Draufdrücken. Beide sehen sie Desmond nach, der allein den Strand hinuntergeht. In dem Fernseher hinter der Glaswand in Jacks Zelle läuft ein alter Disneytrickfilm. Jack sieht mit gerunzelter Stirn auf den Bildschirm. Da klopft es heftig an der Tür. Augenblicklich kehrt Jack in die der Tür gegenüberliegende Ecke zurück und setzt sich auf den Boden. Gleich darauf kommt Juliet herein, wieder ein Tablett mit einem Teller und einer Flasche Dharmawasser darauf herein. Sie stellt es auf dem Tisch ab und sieht Jack an. Juliet: Und, wie geht es dir heute, Jack? Jack: [sarkastisch] Toll. Juliet: Du wirkst frustriert. Jack: Muss ich weiter diese Cartoons ansehen, oder verratet ihr mir, warum ich hier bin? Juliet: Hoffentlich magst du Blaubeeren, sonst könnte ich dir... [Sie wendet sich zur Tür.] Jack: Soll ich mit Benjamin sprechen? Juliet: Bitte? [Sie bleibt stehen, sieht ihn wieder an.] Jack: Soll ich mit Benjamin sprechen? Langsam glaube ich nämlich, dass du nur diejenige bist, die mir mein Essen bringt. Sie kommt wieder zum Tisch zurück, lehnt sich dagegen und lächelt Jack an. Juliet: Wenn das dein Wunsch ist, sprich mit ihm. Aber er wird dir nichts verraten. Jack: Du arbeitest für ihn... Juliet: Nein, ich arbeite nicht für ihn. Jack: Aber er ist der Chef. Juliet: So funktioniert das hier nicht, Jack. Wir treffen die Entscheidungen zusammen. Jack: [Spöttisch] Ach, wirklich? [Juliet nickt.] Als ich dir nämlich letztens den zerbrochenen Teller an den Hals gehalten habe, da wirkte er als hätte er nichts gegen deinen Tod. Es sah so aus, als würde er diese Entscheidung allein treffen. Juliet: [Ernster] Du hast keine Ahnung, wovon du sprichst. Ich handle eigenständig. Da geht hinter ihr die Tür auf und Ben kommt herein. Ben: Juliet, hast du kurz Zeit? Während Jack sie aufmerksam beobachtet, wendet Juliet sich ganz ruhig und fast reserviert zu Ben um. Juliet: Kann es warten? Ben kommt auf sie zu, bleibt direkt vor ihr stehen und spricht äußerst eindringlich und gebieterisch. Ben: Das Boot ist zurück. Es ist etwas passiert. Also komm bitte sofort mit. Damit wendet er sich ab. Juliet wirft Jack noch einen Blick zu, dann steht sie auf und folgt ihm. Kaum hat sie die Tür hinter sich geschlossen, springt Jack auf, läuft zur Tür hinüber, presst sein Ohr dagegen und lauscht. Hastig rennen Leute durch den Dschungel, schleppen eine Trage, auf der Colleen liegt. Reglos und blutüberströmt. Sawyer wird unsanft aus unbequemem Schlaf geweckt, als die Tür seinen Käfigs quietschend und knarrend von außen geöffnet wird. Pickett mit einem Pflaster auf der Nase, schickt zwei andere Männer herein, um Sawyer rauszuholen Pickett: Aufwachen, Arbeit! Im gegenüberliegenden Käfig wacht auch Kate gerade erst auf. Sawyer: Du hörst dich ein bisschen verschnupft an, Chinatown. Putz dir mal die Nase. Pickett: Gib mir nur einen Grund. Sawyer: Ich dachte, das hätte ich gerade. Was muss ich tun, über deine Mutter reden? Pickett packt Sawyer am Kragen, doch eine Stimme klingt aus seinem Walkie-talkie und lenkt ihn ab. Stimme: Danny, kannst du mich hören? Pickett: Ja. Stimme: Kann ich sprechen? Pickett: Warte kurz. [Er schubst Sawyer von sich. Die beiden anderen Männer halten ihn fest, während er aus dem Käfig tritt und etwas abseits stehenbleibt.] Okay, sprich. Er lauscht der Stimme aus dem Walkie-Talkie und wird zusehends nervöser und bestürzter. Stimme: Hör zu, Danny, wir haben ein Problem. Colleen wurde angeschossen. Pickett: Wie, bitte? Stimme: Ja, sieht nicht gut aus. Pickett: Wo sind sie? Stimme: Sie müssen gleich bei euch sein. Ben habe ich schon verständigt. Sawyer und Kate beobachten ihn aufmerksam und fragend. Pickett sieht aus, als hätte er Tränen in den Augen. Gleich darauf kommen Ben, Juliet und der Rest der Truppe mit Colleens Trage zwischen den Büschen hervor. Es herrscht ein heilloses aufgeregtes Durcheinander. Die Käfigtüren fallen wieder zu und niemand achtet mehr auf Sawyer und Kate, zu angespannt und zutiefst bestürzt sind sie alle, laufen auf die Trage zu, versuchen zu helfen, greifen nach Colleens blutverschmierter Hand. Ihre Stimmen schwirren durcheinander. Tom: Sieht schlimm aus, Juliet.. Juliet: Oh, mein Gott. Colleen, kannst du mich hören? Haltet sie ruhig. Pickett: Sie wird es doch schaffen, oder? Kommt sie durch? Sawyer und Kate können nur schweigend zusehen, als sie an den Käfigen vorbeilaufen und verschwinden.. Sawyer schmunzelt düster in sich hinein. Kate: [Nervös zu Sawyer] Was ist passiert? Sawyer: Wir sind passiert. Kate: Was? Sawyer: Ich bin schon lang genug auf dieser Insel. Eins steht fest, sie erschießen sich nicht gegenseitig. Wir waren es. Unsere Mannschaft. Kate: [Fassungslos] Grinst du etwa? Sawyer: Auf jeden Fall, Sommersprosse. Das ist nämlich unser Ticket nach draußen. Sawyer zieht an dem Wasserrohr in seinem Käfig, bis es über den Trog hinausragt. Kate: Was hast du vor? Er setzt das kleine Belohnungsspiel in seinem Käfig in Gang, lässt sich einen Fischkeks vor die Füße werfen und beobachtet das Wasser, das aus dem Rohr in den Käfig gelaufen kommt, ohne auch nur zu essen oder zu trinken. Kate beobachtet ihn verwundert. Kate: Oder muss ich erst'n Formular ausfüllen. Sawyer: Sei still. Ich denke nach. Der Belohnungssong schrillt durch die Stille. Sawyer läuft in seinem Käfig auf und ab, wirkt ruhelos, aufgeregt. Sawyer: Hast du die Kleine gesehen, die auf der Bare getragen wurde? Ist das Mädel von Plattnase. Kate: Sie nennen ihn Pickett. Mehr Wasser kommt aus dem Rohr geflossen, rinnt durch den Käfig und bis vor die Gitter nach draußen, wo es nach und nach eine kleine moderige Pfütze bilder. Sawyer: Unser Pickett ist im Moment etwas abgelenkt. Kate: Und? Sawyer: Sieh genau hin, dann kannst du was lernen. [Er drückt zweimal mit einem langen Stock auf den großen roten Schalter] Von irgendwoher wird diese Kiste mit Strom gespeist. Wenn mich das nächste Mal jemand hier rauszerren will, warte ich bis dieser jemand in meiner kleinen Badestelle steht. Dann schnapp ich ihn mir und zapp.. Der Schlag haut ihn um und ich hab die Schlüssel. [Er grinst zu Kate hinüber.] Ich wette die Bären hatten die Idee nicht. Kate: Ihr beide kriegt einen elektrischen Schlag. Sawyer: Ja, aber ich hab es schonmal gespürt. Ich halte es aus. Der andere Kerl wird nicht drauf vorbereitet sein. [Er bemerkt ihren Blick.] Was, du glaubst, ich tick nicht richtig? Kate: Nein, ich bin wirklich beeindruckt. Sawyer: [Schmunzelt.] Dann reib dir mal den Sand aus den Augen, Schätzchen [Kate verdreht sacht die Augen.] weil wir es schaffen werden. Kate rutscht von ihrem Sitzplatz herunter und geht bis zum Gitter vor. Kate: Und was ist mit Jack? Sawyer: Was soll mit ihm sein? [Kate verzieht vorwurfsvoll das Gesicht.] Wir wissen nicht mal, ob er auch hier ist. Geschweige denn, ob er noch am Leben ist. [Auch Saywer geht bis ans Gitter seines Käfigs vor.] Wir müssen an uns denken. Jeder kämpft für sich selbst, Sommersprosse.
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