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| - Genain wanderte gerade die Küste entlang, als plötzlich eine riesige schwarze Kreatur vor ihm stand. Genain war so überrascht, dass er nur ein "Wer bist du?" hervorbrachte. "Das spielt keine Rolle", antwortete der Fremde. "Viel wichtiger ist der Grund, weshalb ich hierher gekommen bin." Er wartete kurz, doch als Genain nicht reagierte, redete er weiter: "Ein Matoraner wurde getötet. Ich ließ den Fall von einem... Kollegen untersuchen... Und er konnte spüren, dass dort vor kurzem ein Toa des Feuers gewesen ist... Und der einzige Toa hier in der Umgebung bist du!" "Natürlich bin ich dort gewesen!", rief der Toa. "Ensu war mein bester Freund! Als er gestorben ist, war es doch selbstverständlich, dass ich nach Spuren des Täter suche!" Der Fremde lachte. Ein ekelhaftes, furchteinflößendes Geräusch. "Mein... Kollege besitzt eine besondere Maske. Mit ihr kann er spüren, wer in den letzten zwanzig Stunden dort gewesen. Sehr nützlich, wenn jemand ihm eine Falle aufgestellt hat." Er lachte noch einmal. "Jedenfalls war er dort, als dein... 'Freund' noch keine zehn Stunden tot war... Und außer dir und ihm war in den zwanzig Stunden zuvor niemand dort gewesen." Genain wusste nicht, was er tun sollte. Er hatte seinen Freund nicht getötet. Doch wer war dieser Fremde überhaupt? Genain hatte noch nie von einer Maske, mit der man die Präsenz anderer spüren konnte, gehört. Woher sollte er wissen dass nicht der Fremde der Mörder war, und ihm die Tat in die Schuhe schieben wollte? Er musterte den Fremden noch einmal. Er war sehr groß, viel größer als ein Toa. Seine Rüstung schien aus dickem Protostahl zu bestehen. Seine Hände ähnelten mit ihren langen, scharfen Krallen eher Klauen als Händen. In seiner rechten Hand hielt er einen Speer, dessen Länge sogar noch die Höhe der Kreatur übertraf. An seinem Rücken befanden sich zwei mächtige, rote Flügel, durch die das Wesen gleich doppelt so mächtig und gefährlich wirkte. Hinter der schwarzen Maske, die Genain völlig fremd war, leuchteten die roten Augen des Wesens hervor. Genain wusste, dass er in einem Kampf gegen dieses... Monster keine Chance hätte. Dennoch nahm er seinen gesamten Mut zusammen und keuchte: "Du lügst!" Doch wieder lachte der Fremde nur, und diesmal gefror dem Toa beinahe das Blut in den Adern. "Ich glaube, diese Antwort kann man als ein Geständnis werten." Genain hatte nicht den Mut zu widersprechen, also stotterte er nur: "Wirst... Wirst du mich jetzt... töten?" Erneut lachte der Fremde. "Soll das ein Witz sein? Ich bin der Makuta von Metru Nui! Glaubst du, ich würde so weit zu dieser verdammten, kleinen Insel reisen, nur um jemanden zu töten? Ich habe genug Diener, die nichts lieber tun würden, als jemanden in meinem Auftrag hinzurichten." Sein Lachen verstummte, und er blickte dem Toa mit ernstem Gesicht in die Augen. "Nein. Ich bin hier, um dir ein Angebot zu machen!" "Ein Angebot?", wiederholte Genain verwirrt. "Ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst", korrigierte der Makuta sich selbst. "Bis morgen wird jeder hier wissen, was du getan hast, wenn du nicht mit mir kommst. "Aber ich habe nichts getan!", rief der Toa, der inzwischen fast schon mit den Tränen kämpfte. Doch die Antwort des Fremden war wieder nur ein Lachen. Verzweifelt schleuderte er dem Makuta einen Feuerball entgegen, doch dieser wehrte ihn ohne Mühe ab. "Du hältst also immer noch an deiner Lüge fest!", meinte der Makuta. "Willst du dir nicht zumindest mal mein Angebot anhören?" "Du willst mich erpressen! Du willst mich vor allem meinen Freunden als Mörder und Lügner hinstellen, nur um mich zu irgendetwas zu zwingen!", rief der Toa. "Ich will dein Angebot nicht hören!" Er schleuderte dem Fremden erneut einen Feuerball entgegen und lief los. Irgendwo an der Küste musste noch sein Boot sein, auf dem er oft mit seinen Freunden kleine Segeltouren gemacht hatte. Es hatte auf seiner Insel bisher nur selten Situationen gegeben, in denen ein Toa benötigt war. Hinter sich hörte er das grausame Kichern des Makuta. "Ich möchte doch nur ein kleines Experiment mit dir durchführen!" Verwirrt blickte der Toa zurück, doch ohne mit dem Rennen aufzuhören. Im letzten Moment konnte er noch sehen, wie eine kleine, durchsichtige kugelförmige Kreatur auf ihn zuflog und sich an seiner Maske festbiss. Ein ekelhaftes Gefühl überkam Genain, und er riss sofort die Maske vom Kopf. Sofort spürte er, wie ihn die Hälfte seiner Kräfte verließ. Das Kichern des Makuta verstummte, als er sah, wie die Kugelkreatur plötzlich zerfiel. "Tja, herzlichen Glückwunsch!", knurrte er. "Das war der erste und bisher einzige Schattenegel. Du hast die Forschungen von Jahrtausenden zerstört... Bis wir den nächsten erschaffen können, ist es vielleicht schon zu spät. Er packte den Toa am Hals und hob ihn hoch. "Das wirst du büßen!" Genain wusste, dass er nicht viel Zeit hatte. Der Griff des Makuta wurde immer fester und der Toa bekam keine Luft mehr. Wenn ihm nicht bald etwas einfiel, würde er jämmerlich ersticken. Dann wurde dem Toa klar, dass manchmal die einfachsten Ideen die effektivsten waren. Er war zwar durch den Verlust seiner Maske stark geschwächt, aber nicht vollkommen kraftlos. Er konzentrierte sich darauf, die Hand des Makutas um tausende von Grad zu erhitzen... Und plötzlich ließ der Makuta ihm mit einem schmerzerfüllten Schrei los und wich zurück. Das war seine Chance. Er lief erneut los und suchte nach seinem Boot. Der Makuta folgte ihm nicht. Stattdessen untersuchte er die Maske des Toa. Doch von dem Egel war nichts mehr zu retten. Wütend breitete er seine gewaltigen Flügel aus und flog davon. Erst Stunden später kam ein Matoraner vorbei und entdeckte die Maske. Verwirrt hob er sie auf und murmelte: "Ist das nicht Genain's Huna?"
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