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| - 240px|rightLuc Besson hat ohne Zweifel ein Händchen für unkonventionelle Frauenfiguren. Bei ihm gibt es kein schwaches Geschlecht - ganz im Gegenteil: Seine Heldinnen rächen sich, prügeln und morden was das Zeug hält und Schuld daran sind immer Männer, die sie betrogen, benutzt oder verletzt haben. So auch in Lucy, dem neusten Werk des Regisseurs. Wo in Léon - Der Profi der Protagonistin zumindest noch ein männlicher Begleiter an die Seite gestellt wurde, ist die titelgebende Heldin diesmal quasi komplett auf sich allein gestellt - die Nebenfiguren sind nicht viel mehr als Stichwortgeber. Keine leichte Aufgabe für die Hauptdarstellerin. Scarlett Johansson meistert sie so gut es geht, was allerdings nicht über Schwächen im Drehbuch hinwegtäuschen kann.
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| - 240px|rightLuc Besson hat ohne Zweifel ein Händchen für unkonventionelle Frauenfiguren. Bei ihm gibt es kein schwaches Geschlecht - ganz im Gegenteil: Seine Heldinnen rächen sich, prügeln und morden was das Zeug hält und Schuld daran sind immer Männer, die sie betrogen, benutzt oder verletzt haben. So auch in Lucy, dem neusten Werk des Regisseurs. Wo in Léon - Der Profi der Protagonistin zumindest noch ein männlicher Begleiter an die Seite gestellt wurde, ist die titelgebende Heldin diesmal quasi komplett auf sich allein gestellt - die Nebenfiguren sind nicht viel mehr als Stichwortgeber. Keine leichte Aufgabe für die Hauptdarstellerin. Scarlett Johansson meistert sie so gut es geht, was allerdings nicht über Schwächen im Drehbuch hinwegtäuschen kann. 250px|leftDie Studentin Lucy wird von ihrem Freund unfreiwillig in einen Deal verwickelt, der dramatisch für sie ausgeht. Eine neue Droge mit extremer Wirkung wird ihr in den Bauch operiert, um unbemerkt nach Europa geschmuggelt werden zu können. Als ihr auf dem Weg jemand (natürlich ein Mann) mit voller Wucht in den Magen tritt, wird eins der Pakete beschädigt und die Droge gelangt in Lucys Kreislauf. Ab jetzt werden wir Zeuge, wie sich die neurologischen Funktionen ihres Körpers rasend schnell verbessern. Ein Professor, gespielt von Morgan Freeman, erklärt das Phänomen so: Der Mensch benutzt durchschnittlich nur 10% seiner Gehirnkapazität. Durch die Droge wird dieser Wert bei Lucy kontinuierlich gesteigert und niemand weiß, was passieren wird, wenn sie die 100% erreicht. 250px|rightDass die These zur menschlichen Hirnleistung, auf der die komplette Handlung basiert, wissenschaftlich schon vor Jahren widerlegt wurde, ist schon mal nicht der beste Ausgangspunkt für den Film. Luc Besson ist sich dessen auch bewusst, erwartet aber vom Zuschauer, das auszublenden und stattdessen als Metapher zu verstehen. Das ist leichter gesagt als getan, aber selbst wenn man das schafft und sich möglichst unvoreingenommen auf die Geschichte einlässt, ist es nicht immer einfach, das Ganze ernst zu nehmen. Das ist unter anderem den Figuren geschuldet, die oft sehr überzogen angelegt sind und damit immer wieder für komische Momente sorgen. Zu Beginn des Films ist Lucy ein hübsches Schäfchen, das sich einfach mit dem falschen Mann, einem offensichtlichen Loser, eingelassen hat. Die Dinge geschehen mit ihr, sie hat keine Chance sich zu wehren. Das wirkt insgesamt weniger bedrohlich als komisch, denn auch die Gegenspieler haben nach gewohnter Besson-Manier ihre eigenen Spleens, die den Zuschauer trotz aller Grausamkeit doch zwischendurch zum Lachen bringen. Das führt zum einen dazu, dass der Film im ersten Drittel immer wieder angenehm aufgelockert wird, doch die Ironisierung schafft auch unweigerlich Distanz zur Handlung und vor allem zu Lucy, deren rasend schneller Entwicklung man ohnehin nur schwer folgen kann. 250px|leftWenn man als Zuschauer dann gerade beschlossen hat, weniger Wert auf Handlungsdetails als auf den Gesamteindruck zu legen und sich von der zugegeben mitreißenden und Inszenierung überzeugen zu lassen, will Herr Besson dann aber doch wieder ernste Botschaften loswerden, die er uns mit dem Vorschlaghammer ans Herz legt. Mit dem durchdringenden Blick von Scarlett Johansson, in deren Augen sich immer wieder die ganze Welt spiegelt, will er hypnotisch Weisheiten zum menschlichen Dasein inklusive Sinn des Lebens vermitteln. Das gelingt beim besten Willen nicht, auch wenn es einige interessante Denkanstöße gibt. Dazu nimmt der Film sich stilistisch selbst nicht ernst genug und auch die Hauptdarstellerin, die immer wieder auf beeindruckend emotionale Weise gegen die kategorischen Limitierungen ihrer Figur anspielt, kann daran nur streckenweise etwas ändern. Lucy will aus einer Position der völligen Künstlichkeit von Menschlichkeit erzählen. Das geht in diesem Fall leider daneben. Fazit: Lucy ist eine rasante Filmerfahrung, die trotz inhaltlicher Herausforderungen niemals langweilig wird und audiovisuell überzeugt, auch wenn die Balance zwischen Ironisierung und inhaltlichem Anliegen nicht gehalten werden kann. 30px|link=30px|link=30px|link=30px|link=30px|link=30px|link=30px|link=30px|link=30px|link=30px|link= Spinelli313 19:56, 12. Aug. 2014 (UTC) Kategorie:Wikia-Kritik
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